Keine Zeit!

Ein Mann geht im Wald spazieren. Nach einer Weile sieht er einen Holzfäller, der hastig und sehr angestrengt dabei ist, einen auf dem Boden liegenden Baumstamm zu zerteilen. Er stöhnt und schwitzt und scheint viel Mühe mit seiner Arbeit zu haben.

Der Spaziergänger geht etwas näher heran, um zu sehen, warum die Arbeit für den anderen so schwer ist. Schnell erkennt er den Grund und sagt zu dem Holzfäller: „Guten Tag. Ich sehe, dass Sie sich Ihre Arbeit unnötig schwer machen. Ihre Säge ist ja ganz stumpf – warum schärfen Sie sie denn nicht?“

Der Holzfäller schaut nicht einmal hoch, sondern zischt durch die Zähne „Dazu habe ich keine Zeit, ich muss doch sägen!“

(gefunden in:  Die sieben Wege der Effektivität
von Stephen Covey)

 

GEFANGEN IM NETZ?  GEFANGEN IN DER ZEIT?

Erst seit einiger Zeit ist man sich auch in Deutschland bewusst, dass Dauerstress, hervorgerufen durch die heutigen Arbeitsbedingungen mit ihrem hohen Tempo und der wachsenden Arbeitsdichte, den hohen Anforderungen an Flexibilität und soziale Fähigkeiten, Auslöser für Erschöpfungserkrankungen, Burnout, Depressionen, Angst– und Zwangserkrankungen ist.

Viele Beschäftigte merken, dass Sie überfordert und gestresst sind, wissen aber selbst nicht, wie sie aus der Situation herauskommen können oder etwas maßgeblich verändern können.

Dem schleichenden Prozess, der letztendlich zur Erschöpfung und zu Burnout führt, entgeht man jedoch nicht, indem man sich noch besser an Gegebenheiten anpasst, noch effektiver arbeitet, mit noch mehr Zeitmanagement seinen Tag strukturiert und versucht auf Dinge Einfluss zu nehmen, die man gar nicht beeinflussen kann.

Statt dessen sollte man sich auf sich selbst besinnen und sich fragen:

 

 

Was und wer ist mir wichtig?
Wie möchte ich leben?
Wie kann ich für mich entscheiden, was für mich wesentlich ist?

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Literatur

 

 

 

11 Punkte-Programm

 

 

Die Veröffentlichung erfolgte hier auszugsweise bzw. zusammengefasst. Den gesamten Text finden Sie in:

Kleinschmidt, Carola / Unger, Hans-Peter (2006): Bevor der Job krank macht, München: Kösel-Verlag, ISBN 3-466-30733-3


1. Arbeits-Leben

Arbeit und Leben können nicht voneinander getrennt werden. Erfolgreich sind wir, wenn wir unsere Träume wahr machen und unsere persönlichen Ziele erreichen. Und wir müssen je nach Situation bewusst entscheiden, wo die Grenze zwischen unserer Arbeit und uns selbst, unserer Familie, Freunden und Freizeitaktivitäten verlaufen soll.


2. Eigensinn

Eigensinnige Entscheidungen treffen und dafür die Verantwortung tragen. Sind die eigenen Werte und Vorstellungen von Lebensziel und Lebenssinn mit meinem Job nicht mehr vereinbar, Veränderung anstreben / Job wechseln. Vertrauen in sich und seine Fähigkeiten entwickeln, mit einer neuen Situation zurecht zu kommen und die Anforderungen des Lebens durch eigene Kraft oder auch mit fremder Hilfe bewältigen zu können.


3. „Innere Verträge“

Neben dem Arbeitsvertrag ist der „innere Vertrag“, den wir mit unserer Arbeitsaufgabe und unserem Arbeitsplatz geschlossen haben, genauso wichtig. Mit Fragen wie:

  • Stimmt meine Arbeit noch mit meinen Werten und Lebenszielen überein?
  • Ist der Preis zu hoch, den ich für meine Arbeit zahle?
  • Leiden meine persönlichen Beziehungen unter der Arbeit?
  • Ist Lohn und Anerkennung zu gering, die ich für meine Arbeit erhalte?

sollte in regelmäßigen Abständen der „innere Vertrag“ überprüft werden.


4. Selbstachtsamkeit

Persönliche Signale für Überarbeitung, Stress und Erschöpfung wahr und ernst nehmen. Im Kontakt mit sich selbst sein, Empfindungen und Gefühle wahrnehmen, ohne sie sofort zu bewerten und mit Aktion zu beantworten. Wer in Kontakt mit sich selbst steht, lässt sich nicht so leicht hetzen, erledigt eine Aufgabe nach der anderen, kann zwischen äußerer Hektik und dem eigenen Tempo unterscheiden und wird auch nicht ständig von Gefühlswellen mitgerissen.


5. Biorhythmen

Seinen Biorhythmus kennen: die persönlichen Tageszeiten von erhöhtem Ruhe- und Schlafbedürfnis, von Hunger und Durst und auch dem Wunsch nach Pause. Zu wissen, welche Tageszeiten für Kreativität und Konzentration am besten sind und wann wir uns besser ein Pause gönnen. Unseren persönlichen Tagesrhythmus zur Grundlage unseres Arbeitsstils machen. 


6. Partnerschaft

Soziale Beziehungen bestimmen maßgeblich, ob wir uns wohl fühlen oder nicht. Partnerschaften auf Dauer funktionieren nur, wenn Geben und Nehmen in einem ausgeglichenen Verhältnis stehen – dies gilt für die Beziehung zum Arbeitgeber als auch für alle anderen zwischen-menschlichen Beziehungen. Ein Ungleichgewicht zwischen der Beziehung zur Arbeit und den anderen Beziehungen erkennen, benennen und nach einiger Zeit wieder ausgleichen, damit diese Beziehungen gelingen.


7. Grenzen

Die eigenen Grenzen erkennen und sich und anderen Grenzen setzen –  ohne Schuldgefühle und ohne Angst vor Harmonieverlust. Dem anderen und mir eine Grenze zu setzen, verlangt ein gesundes Selbstvertrauen. Selbstachtsamkeit ist der Weg, die eigenen Grenzen wahrzunehmen.


8. Verzicht

Es ist nicht alles möglich. Oft ist es erforderlich, Mittelmaß zu akzeptieren – gegen den eigenen Anspruch auf Perfektionismus. Wir zahlen immer einen Preis. Sich für etwas zu entscheiden, geht nicht ohne Verzicht auf etwas anderes. Wer sich beherzt entscheiden und zu seinen Entscheidungen stehen kann, wird mit einem Gefühl von Selbstwirksamkeit und Stärke belohnt. Menschen, die dies nicht akzeptieren können, sondern immer versuchen, die optimale Wahl zu treffen, nichts zu verpassen, überall mitzumischen, laufen Gefahr, sich in der Vielzahl der Optionen zu verlieren, sich zu erschöpfen und am Ende enttäuscht zu sein, weil das Ergebnis nicht den eigenen Ansprüchen genügt.


9. Mythen

Mythen wie,

„In meinem Chaos steckt meine Kreativität“

„Der Chef muss immer der Erste und der Letzte sein“

„Ich muss den ganzen Tag auf Hochtouren laufen“

„Ich muss immer erreichbar sein“

„Wer lange, auch nachts und am Wochenende arbeitet, macht seinen Job besonders gut“

rauben viel Energie. Es ist nicht einfach, diese Mythen zu durchbrechen. Es schadet aber kaum der Kariere, nutzt aber dem persönlichen Wohlbefinden. 


10. Scheitern

Krisen sind unvermeidlich. Scheitern ist menschlich. Entscheidend ist, die Krise für eine innere Neubewertung zu nutzen. Vor dem Neuanfang stehen aber der Schmerz, die Scham, der Ärger – ein Bruch, eine Trennung, ein Verlust. Entscheidend für die seelische Bewältigung solcher Krisen ist es, diese Trauerphase zu durchleben und das Selbstvertrauen nicht zu verlieren. Alles, was hilft, den Bruch zu verarbeiten, erleichtert die spätere Neuorientierung.


11. Reflektion

Immer wieder Zeit nehmen, das eigene Tun im Job zu reflektieren – und bei Bedarf Konsequenzen aus den Überlegungen ziehen, z.B. den Kurs korrigieren. Erst im Innehalten können wir sehen, wie unsere persönliche Work-Life-Balance in der aktuellen Situation aussieht, was uns wirklich wichtig ist, was uns stresst und was uns Energie gibt.

 

 

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12 Punkte-Programm

 

 

Quelle: Dr. med. Vinzenz Mansmann, NaturaMed Vitalklinik, Bad Waldsee

 

Erkennen – nicht tadeln – ändern!

BurnOut kann verhindert und rückgängig gemacht werden – der Schlüssel dazu ist die Analyse und Fürsorge für die eigene Person.

1.   Verleugnen ist Tabu!

2.   Lebensumstände verändern.

3.   Überengagement vermeiden.

4.   Isolation vermeiden.

5.   Schluss mit Überfürsorglichkeit.

6.   Kürzer treten.

7.   Unterscheiden Sie Wichtiges von Unwichtigem!

8.   Der Mut zum „NEIN“.

9.   Achten Sie auf ihr persönliches Tempo!

10. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers!

11. Grübeln Sie weniger!

12. Behalten Sie Ihren Sinn für Humor!

 

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